Mit dem Shinkansen nach Tokio
April 25, 2010 at 9:25 am Hinterlasse einen Kommentar
Im März diesen Jahres (2010) waren meine Frau und ich in Japan. Es ist ein faszinierendes Land, was sehr viel zu bieten hat und am Besten per Zug erkundet werden möchte. Von der sogenannten Pünklichkeit bei Zügen in Deutschland ist aus meiner Sicht nicht mehr viel übrig geblieben. Als regelmäßiger Passagier, habe ich mich daran gewöhnt, dass die Züge nicht pünklich sind (wobei + 5 Minuten für mich immer noch sehr pünktlich ist). Vielleicht sollten die Bahnmanager mal nach Japan gehen um dort zu erfahren, was Pünklichkeit bedeutet. Wenn im Fahrplan steht, dass ein Zug um 10:50 Uhr abfährt, dann fährt dieser Zug auch Punkt 10:50 Uhr ab. Das meine Frau (die zufällig Japanerin ist) über die Pünktlichkeit der deutschen Züge witzelt, kann ich sehr sehr gut nachvollziehen. Dieser Bericht ist über meine Erfahrungen mit dem Schnellzug “Shinkansen” von Kobe nach Tokio.
Der Shinkansen
Wer hat nicht schon einmal den Namen “Shinkansen” gehört, wie die Schnellzüge in Japan bezeichnet werden? Im Gegensatz zu Deutschland wo die unterschiedlichen ICEs als ICE-1, ICE-2 und ICE-3 bezeichnet werden, haben die unterschiedlichen Shinkansen-Versionen Bezeichnungen wie “Nozomi”, “Hikari”, “Rail-Star”. “Nozomi” ist der schnellste und modernste, gefolgt von “Hiakari”. Das folgende Bild zeigt einen typischen Shinkansen, die sich durch die besondere Form der Zugspitze ausweist.


Vielleicht noch eine weitere Info – alle Shinkansen fahren auf einem eigenen Schienennetz, welches sie nicht mit anderen Teilen müssen. Oftmals gibt es sogar separate Bahnhöfe, die nur für diese Zuggattung gedacht sind.
Alle bitte einsteigen!
Was sofort auffällt ist, dass die Gleise durch ein Geländer vom Bahnsteig getrennt sind. Dies ist nicht in allen Bahnhöfen der Fall, hilft aber nicht versehentlich auf die Gleise zu fallen. Und was noch auffällt, die automatischen Türen, die einem genau anzeigen, wo ein bestimmter Wagen hällt. Zur Erinnerung – in Deutschland und wird nur an einer Anzeigetafel gezeigt, wo sich in etwa ein Wagen befinden (könnte). Und da die unterschiedlichen Shinkansen auch unterschiedlich lang sind, wird auch diesem Umstand Rechnung getragen. Alle Achtung!


Die Fahrt
Wie der ICE auch, fährt der Shinkansen bis ca. 300 km/h. Von Kobe nach Tokio dauerte die Reise etwas über 3 Stunden für eine Strecke von über 500 km. Was auffällt ist, dass alle Passagiere in Zugrichtung sitzen und der Zug sauberer ist, als die deutschen Pendants. Keine Zeitungen und keine Flaschen irritieren den Gast, alles sehr sauber. Was dann doch auffällt ist, dass sich das sehr freundliche Zugpersonal beim Verlassen eines Abteils zu den Gästen hinwendet und sich bedankt. Das wirkt vielleicht erst einmal befremdend für Touristen, finde ich aber eine schöne Geste.


Eine nette Idee finde ich die Abbildung auf dem Vordersitz, wo der Passagier sehen kann, was sich wo befindet.

Die Ankunft
Die Ankunft ist auch noch einmal etwas sehr besonderes. Tokio ist nicht nur unsere Endhaltestelle gewesen, sondern auch die für den Zug selbst. Wenn die Passagiere den Zug verlassen, bedankt sich das Reinigungspersonal durch eine Verbeugung und ein “Arigatou gozaimasu” (“Vielen Dank”). Sobald alle Passagiere den Zug verlassen haben, machen sich die Reinigungskräfte daran den Zug sauber zu machen und die Sitze wieder in Fahrtrichtung zu drehen – ja, die Sitze werden in windeseile umgedreht. Die gesamte Reinigungsaktion dauert ca. 5 Minuten.


Tipp
Japan kann sehr gut mit Zügen erkundet werden. Für Touristen empfiehlt sich einen Japan-Rail-Pass zu besorgen. Dieser hat eine Dauer von 7, 14 oder 21 Tagen und macht die Zugfahrt sehr erschwinglich. Sie können damit sogar innerhalb von Tokio mit bestimmten Lokalzügen fahren. Günstiger und bequemer können Sie nicht vorankommen. Internetseite von Japan-Rail-Pass Wichtig ist, dass Sie den Voucher außerhalb von Japan erwerben. Dieser kann dann am Bahnhof eingelöst werden.
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